Grundsteinlegung für ländliche Schule in Laelay 2016

Kurzbericht
Gemeinsam mit dem Leiter Tigray Development Association (TDA)  und dem Präsidenten der Universität Mekelle besuchten wir die Baumschule Laelay, um dort der feierlichen Grundsteinlegung für eine weitere Schule mit finanzieller Unterstützung des Vereins Etiopia-Witten, der TDA und der Universität Mekelle beizuwohnen. Wir wurden von einer großen Zahl von Kindern, die zum Teil noch nie einen "Ferengy" sprich "Weißen" gesehen haben, den Lehrern, Priestern und einigen Eltern freundlich und unter Rufen von Bildungs-Slogans und Trommeln der Priester empfangen. Nach Verteilung der mitgebrachten kleinen Geschenke für die Kinder wurde die Grundsteinlegung mit anschließenden Reden feierlich zelebriert.

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Bericht Eröffnung Schule in Duramba 2016

Erster Kurzbericht

Im Rahmen der "German Week" in Ätiopien mit Schwerpunkt im Norden des Landes und seiner Hautpstadt Mekelle sind die Schulprojekte in der ländlichen Region nahe der Stadt Abi Adi im Nordwesten von Mekelle besucht worden. Der Bau wurde aus Spendemitteln des Vereins Etiopia-Witten, der Tigray Development Assiociation und der Universität Mekelle finanziert. Ein gelungens Gemeinschaftswerk.

Bei einem ersten Besuch wurde die ehemalige Baumschule als jetzt festes Gebäude festlich eingeweiht. Wir wurden von einer großen Menschenmenge aus Schülern, Lehrern, Priestern und Eltern freudig und lautstark musikalisch begrüßt. Nach den Eröffnungsreden wurde Wasser, Brot und Honig an alle Anwesenden gereicht.

 

 

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So wurden wir von den örtlichen Würdenträgern für die Eröffnung des Schulgebäudes empfangen

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Das neue Schulgebäude liegt vor iuns

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Die Eröffungsfeierlichkeiten

Personen von links nach rechts: Herr Tadelle Hagos Belay von der Tigray Development Association (TDA); Dr. Kindeya Gebrehiwot (PhD), Präsident der Universität Mekelle; Lehrerin Frau Birgit Bechara, Mitglied von Etiopia-Witten - Education; Lehrerin Frau Helga Mönks, Mitglied von Etiopia-Witten - Education; ; Internist Ahmedin Idris, Vorsitzender des Vereins Etiopia Witten; Lehrerin Dagmar Oeser, Mitglied von Etiopia-Witten - Education.

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Die Besuchder der Eröffnungsveranstaltung im Schatten eines Felsens

Reisebericht Etiopia Education Feb. 2015

Dienstag, 24.2. 2016 Mekelle - Äthiopien

Von Mekelle aus um 6 Uhr Fahrt Richtung Abi Adi zur ca. 150 km entfernten 1. Baumschule zwecks Grundsteinlegung für den Schulneubau. Begleitet wurden wir von den Musikern, großen Teilen des Ärzteteams, Vertretern von TDA plus Fernsehteam.

Ankunft gegen 10:30 Uhr. Uns wurde ein großer Empfang bereitet: Eine Prozession von Priestern, Dorfältesten, große Gruppe von singenden und tanzenden Dorfbewohnern/Eltern und 500 Schulkindern kam uns entgegen und führte uns zu dem Schulstandort.

Wir staunen über den Unterricht unter verschiedenen Bäumen in verschiedenen Klassen, wo uns Kinder und Lehrer ihre Rechen- und Englischkünste vorführten. Eltern hatten im vergangenen Jahr begonnen, kleinere Mauern im Viereck aufzubauen, die als provisorische Schulräume fungierten. Die Kinder sind lern- und wissbegierig und stolz zu zeigen, was sie können.

Unser Eindruck: Alle freuen sich über unser Kommen und darüber, dass der Schulbau nun vorangehen wird.

Neben einer großen Felsenhöhe wurden wir „abgestellt“ – vor uns ein Tisch mit Getränken und Speisen: köstliche selbstgebackene Brote, typisch äthiopischer Honig in riesigen Mengen, Früchte (Orangen, Bananen), Keimlinge etc.

Wir wurden bewirtet, es gab Ansprachen (Gouverneur, Kreisvertreter, Ahmedin und wir) und danach wurden unsere Musiker aktiv: Auch wir haben Schwung!!! Bob zauberte „Bruder Jakob“ aus dem Ärmel und alle Kinder sangen begeistert im Kanon mit (lalala).

Danach stellten sich die Kinder in Reihen auf und erhielten kleine Geschenke. Seifenblasen waren der Hit! Die Lehrer bekamen für die Klassen Bälle, Federballsets und Springseile.

Dann ging es zur Grundsteinlegung. Wieder feierliche Worte, eine Marmorplatte (siehe Foto) und viel Jubel. Wir haben auch Sabine Geuser-Knoll bedacht, die durch ihre große Spende das Projekt mit ermöglicht hat.

Von der Prozession zum Bus begleitet, fiel uns der Abschied schwer.

Wir haben die Zusage, dass der Bau in vier Wochen beginnen wird; Fertigstellung im September! Es werden vier Klassenräume, ein Lehrerzimmer und Toiletten für Mädchen und Jungen gebaut.

Besuch der zweiten Baumschule

Die Fahrt ging weiter ins Landesinnere – brütende Hitze, Staub. Trockenste Verhältnisse, ausgedörrte Landschaft. Weit und breit nur Bäume, Sträucher und Steppe.

Wieder ein herzlicher Empfang durch 300 Kinder, Eltern und Lehrer. Im Vergleich  zum letzten Jahr haben sich die Verhältnisse schon geändert: Die Eltern haben für die Klassen 4-6 ein Schulgebäude errichtet. Unter den Bäumen der jüngeren Klassen haben wir den Unterricht besucht. Danach stellten sich die Kinder im möglichen Grundriss des erwarteten Schulgebäudes auf. Bob und die anderen Musiker sangen wieder mit den Kindern und danach erhielten diese die mitgebrachten kleinen Geschenke. Die Lehrer konnten sich auch über Bälle freuen.

Danach wurden wir unter einer riesigen Plane mit Brot und Honig bewirtet, es wurden Reden gehalten, die anwesenden Eltern lauschten interessiert und applaudierten begeistert.

Über unseren plötzlichen Aufbruch – wegen der bevorstehenden langen Rückfahrt – waren alle enttäuscht.

Sehr bewegt fuhren wir zurück, machten eine Erholungspause in einer Lodge voller wunderbarer tropischer Pflanzen. Erst in der Dunkelheit kamen wir am Hotel an.

Ein Tag voller emotional aufwühlender Erlebnisse ging zu Ende.

Mittwoch, 25.02.:

Heute machte sich eine kleinere Gruppe auf den Weg zur Chekon School, die seit 2014 über einen PC-Raum mit 20 Computern verfügt, um uns über den Stand der Dinge zu informieren. Nach ca.3 stündiger Fahrt kamen wir an und wurden von einer Delegation Lehrern und Schüler am neu errichteten Eingangstor erwartet und auf den Schulhof geführt. Zwar gibt es immer noch keinen schützenden Zaun, es fehlen die Mittel, aber es wurde ein abgetrennter Spielplatz mit diversen Spielgeräten errichtet, worüber wir sehr erfreut waren.

Zuerst besichtigten wir einen Fachraum mit liebevoll selbstgestaltetem Unterrichtsmaterial für z.B. den Biologieunterricht, danach ging es voller Erwartung zum Computerraum. An jedem funktionierenden Computer (z.Z.t sind vier von 20 nicht zugebrauchen, können und werden aber repariert)  saß ein Kind und arbeitete mit einem Lernprogramm in englischer Sprache. Stolz lasen sie uns die zu bearbeiteten Texte vor. Trotz extrem schlechter Luft in diesem Raum arbeiten Kinder und Lehrer konzentriert und gerne hier.

Danach besuchten wir  die einzelnen Klassen. Die Kinder saßen zu dritt oder viert auf Bänken vor Pulten und ließen uns ihre Schulhefte bewundern. Einige Kinder waren bereits stolze Besitzer von Tornistern Wittener Schulkinder (Foto), aber viele zeigten auf Befragung noch Bedarf. Wir werden also weiter sammeln. Wieder wurde mit den Kindern gesungen, Süßigkeiten verteilt und Birgit versorgte die Lehrer mit vielen Paketen Tafelkreide. Diese ist dringend notwendig, da die Kinder neben ihren Schulheften auch über kleine Tafeln verfügen, die sie für ihre Schreib- und Rechenübungen benutzen.

Wir verließen auch diese Schule nur ungern, fuhren aber zufrieden und mit einem guten Eindruck über erreichte Fortschritte zurück.

Donnerstag, 26.02.:

An diesem Tag ließen wir es etwas ruhiger angehen, blieben im erholsamen Hotelgarten und machten uns an den hier zu lesenden Bericht. Später besuchten Birgit, Martina, Jörg und Aynerlem (TDA) eine Tischlerei (eine gemeinnützige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) in Mekelle, um sich über die Einrichtung mit Tischen, Stühlen, Tafeln für die zu errichtende Schule (bis jetzt Baumschule) zu informieren. Der Besuch war sehr informativ. Es konnte der Auftrag für den Bau der Möbel vergeben werden. Einzelheiten dieses Auftrags werden mit TDA vor Ort besprochen.

Am Abend besuchten alle das gemeinsame Openair-Konzert äthiopischer und unserer  Musiker in Mekelle. Einige tausend  Zuschauer genossen es in entspannter Athmosphäre.  

Freitag, 27.02.:

Aufgrund einer durch einen uns unterstützenwollenden Mitarbeiter  geschenkten Anzeige im Wirtschaftsmagazin Brand eins, hatte sich Herr Till Gröner von der Organisation „Grünhelme“ gemeldet und uns angeboten für Etiopia Witten eine weitere Schule zu bauen, wenn wir ein geeignetes Objekt finden würden.

Deswegen machten wir (Birgit, Martina, Helga) uns nun auf den Weg nordwestlich von Mekelle nach Edagaarbi (Wereda Werie-Leke / Kebele Adihedem) zusammen mit Herrn Weldeslasie Reta und Aynerlem von TDA Mekelle und Frankfurt. TDA kennt dort einen Standpunkt, der dringend unterstützt werden sollte. Die Melea Primary School (Level grade 1-4) liegt in der Nähe o.g. Ortes, 7 km von der nächsten Junior School und 18 km von der nächsten Highschool entfernt.

Wir fanden folgende Situation vor: drei von den Eltern schon provisorisch errichtete niedrige Steinhütten, die mit Reisig bedeckt waren. Insgesamt 300 Kinder werden dort auf Steinen sitzend von sechs LehrerInnen in zwei Schichten unterrichtet. 415 Familien leben im Einzugsgebiet der Schule. Es gibt Wasserzugang durch eine handbetriebene Pumpe ca. 500m vom Schulgrundstück entfernt. Unmittelbar in der Nähe befindet sich eine gut bebaubare, große Ebene. Die Eltern sind bereit, beim Bau der Schule zu helfen.

Nachtrag dazu: Herr Gröner war von diesem Vorschlag sehr angetan und beabsichtigt bald nach Äthiopien zu reisen und vor Ort alles zu prüfen und sich zu informieren.

Birgit, Martina, Helga

Witten, 23.03.15