Vorbereitung für schnelle Hilfen für die not leidenden Menschen in Tigray sind angelaufen

In dem nun zehnten Monat (Stand 14.08.2021) der kriegerischen Auseinandersetzung ist der östliche Teil Tigrays wieder unter tigrinischer Verwaltung und die militärischen Auseinandersetzungen sind hier beendet. Der westliche Teil ist von Soldaten der äthiopischen Regierung, ihren amharischen Hilfstruppen und eritreischen Soldaten besetzt. Unverändert ist die Provinz Tigray von der Zentralregierung von der Außenwelt vollständig isoliert und unversorgt. Telefon, Internet, Elektrizität und Banksystem sind von der Zentralregierung gesperrt. Die Bundesstraße von Addis Abeba nach Mekelle und die anderen Verbindungsstraßen nach Tigray sind militärisch abgeriegelt gesperrt. Hilfstransporte zur den mehren einhundert tausend Hungernden in Tigray erhalten nur noch sehr vereinzelt von der Zentralregierung die Genehmigung über eine lange Wüstenstrecke durch die Region Afar Nahrungsmittel nach Tigray zu bringen. Die medizinische Versorgung über das Rote Kreuz ist aktuell nicht möglich.

Da zu erhoffen und zu erwarten ist, dass sich in einem absehbaren Zeitpunkt die internationale Gemeinschaft ein Ende der Belagerung der Provinz Tigray durch die Zentralregierung erreichen wird und nach Ende der Regenzeit auch ein Zugang für humanitäre Hilfe vom Sudan aus möglich sein kann, sammelt Etiopia-Witten mit großer Dringlichkeit weiter Spenden mit differenzierten Schwerpunkten.

Diese sind:

  • Beschaffung und Transport von äthiopischen Ärzten vor Ort angeforderten Medikamenten und medizinischem Material für das Ayder Hospital und andere Krankenhäuser als Ergänzung zur Basisversorgung durch das Internationale Roten Kreuz
  • Unterstützung der Versorgung der großen Zahl vergewaltigter Frauen und Mädchen.
  • Finanzielle Aufbauhilfe für Familien der Schüler der Schulen, die Etiopia-Witten in Tigray gebaut und betreut hat (Beginn mit der besonders abgelegenen Laley Seken Schule)

Sobald sich der Zugang zu der Provinz Tigray wieder öffnet, werden wir mit den uns vertrauten und bewährten Institutionen einen raschen und wirkungsvollen Einsatz der uns anvertrauten Spenden erreichen können. Dies auch mit guten Kontakten zum Internationalen Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen.

Dringende Spenden gesucht für die Not leidendenMenschen in Tigray

  • Wir bekamen von der obersten Gesundheitsbehörde der Provinz Tigray in Mekelle eine umfangreiche Liste von besonders wichtigen Medikamenten zugesandt, die dringend im Ayder Hospital sowie in den anderen ausgeraubten Krankenhäusern in Tigray gebraucht werden und die nicht durch die Regierung oder die großen NGOs geliefert werden. Wegen des sehr großen Bedarfs an Medikamente und der Dringlichkeit haben wir uns an die deutsche Bundesregierung und die betroffenen Bundesministerien sowie die Pharmaindustrie mit der Bitte um finanzielle Unterstützung für diese Anfrage gewandt.
  • Wir suchen unter anderem nun für die Not leidenden Studenten der medizinischen Fakultäten der Universitäten in den vom Krieg überzogenen Städten Mekelle, Axum und Adigrad, Mekelle Spendengelder.

  • Darüber hinaus suchen wir dringlich finanzielle Unterstützungen, um die in größter Not befindlichen Flüchtlinge, die völlig mittellos in überwiegend in den Städten angekommen sind, mit Kleidern, Lebensmittel oder sanitären Materialien zu versorgen. Allein in der Stadt Mekelle mit mehr als 400.000 Einwohnern sind bisher mehr als 170.000 Flüchtlinge angekommen.

  • Wir arbeiten seit einigen Jahren mit einer Organisation der Universität in Mekelle namens Dignity Period zusammen. Mit ihrer Hilfe konnten wir vor dem Krieg alle Mädchen der Schulen, die wir in Tigray betreuen, regelmäßig mit mehrfach waschbaren Menstruationsvorlagen versorgen. Leider sind diese durch den Krieg nicht mehr erreichbar, denn es gibt keine funktionierenden Schulen mehr. Aus diesem Grund hat die Organisation Dignity Period ihren Aufgabenbereich ändern müssen und hilft anstelle dessen den geflüchteten Frauen in den Flüchtlingslagern in Mekelle. Deshalb denken wir, dass eine Spende dorthin ebenfalls sinnvoll wäre. Diese würden über den Verein Etiopia-Witten weitergeleitet werden.